Die Umsetzung der Krankenhausreform lässt weiter auf sich warten – eine Hängepartie für die Krankenhäuser. Eigentlich ist allen klar: es bedarf nicht nur einer Krankenhausreform, sondern einer Reform des Gesundheitswesens als Ganzes. Ein Gesamtkonzept, das von der Prävention über die Akutbehandlung und die Rehabilitation bis hin zu einer gut begleiteten letzten Lebensphase führt – mit der Unterstützung, die sie jeweils benötigen und möglichst viel Zeit im häuslichen Umfeld. Ohne bürokratische Hürden für alle Beteiligten, mit der Vermeidung von Behandlungen durch individuelle Prävention und einem würdevollen Lebensabend. Klingt das nicht wie ein schöner Traum?
Die Reform braucht ein Zusammenspiel aller Sektoren
Ein häufig genannter Kritikpunkt an der Krankenhausreform ist, dass sie nur dann funktionieren kann, wenn auch in den anderen Sektoren die Leistungen entsprechend angepasst werden. Das ist durchaus nachvollziehbar: Gibt es künftig weniger und damit teilweise weiter entfernte Krankenhäuser, muss sich auch der Rettungsdienst auf diese neue Situation einstellen. Sollen mehr Leistungen ambulant erbracht werden, braucht es außerhalb der Kliniken geeignete Versorgungsmöglichkeiten für die Patientinnen und Patienten. Und wenn Krankenhäuser selbst mehr ambulante Leistungen anbieten sollen oder müssen, sind dafür passende Rahmenbedingungen, eine geregelte Vergütung, angepasste Prozesse sowie eine entsprechende Haltung und Führung der Mitarbeitenden erforderlich. Klar ist: Ohne strukturelle Veränderungen lässt sich eine Kostenreduktion auf ein sinnvolles Maß nicht erreichen.
Viele Perspektiven – viele offene Fragen
Dieses Thema kann man nun aus vielen Blickwinkeln betrachten:
- man kann eruieren, wo die Gelder im Gesundheitswesen hinfließen und überlegen, ob sie gerecht verteilt werden; einen Überblick über die Gesundheitsausgaben finden Sie hier
- man kann die Politik und die vielen beteiligten politischen Ebenen kritisieren, die Veränderungen so behäbig angehen;
- man kann sich mit der Frage beschäftigen, wie es in anderen Ländern funktioniert und welche guten Lösungen man für Deutschland kopieren kann;
- oder man kann sich fragen, warum besonders in Krankenhäusern so viele Change-Projekte scheitern.
Verantwortung im eigenen Wirkungskreis
Letztendlich sind das alles berechtigte Fragen, die „man“ wird angehen müssen. Allein kann jeder einzelne jedoch nur wenig ausrichten. Dennoch ist jede und jeder von uns seinem Krankenhaus oder Unternehmen verpflichtet und sollte versuchen, innerhalb der Rahmenbedingungen das beste Ergebnis zu erzielen. Für die Patientinnen und Patienten. Für die Mitarbeitenden. Für das Unternehmen.
Veränderungen im Kleinen anstoßen
Wie können Führungskräfte im Gesundheitswesen es also schaffen, trotz der Rahmenbedingungen, mit dieser Situation umzugehen? Bei aller Anstrengung und dem Wunsch, eine qualitativ hochwertige Versorgung anzubieten, ist es fast unmöglich, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Wenn dann noch Unzufriedenheit im Aufsichtsgremium oder der Mitarbeitervertretung entsteht, ist der Frust bei vielen Vorständen und Geschäftsführungen verständlicherweise groß.
Wir möchten Ihnen mit diesem Newsletter einige Ansätze mitgeben, wie man im Kleinen Veränderungen initiieren kann. Damit werden die strukturellen Probleme zwar nicht gelöst, aber es können Veränderungen ausprobiert werden, um einerseits kleine wirtschaftliche Verbesserungen zu erzeugen und andererseits die Veränderungsprozesse als solches zu üben und die Führung der Veränderungsprozesse weiter zu optimieren.
Selbstverständlich helfen auch wir Ihnen gern bei der Umsetzung und freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen.